Musik-Streaming: Der nächste Trend nach iTunes

15 Okt, 2012

Microsoft Xbox Music

Wer im iTunes Music Store einkauft erwirbt Musiktitel zur zeitlich unbeschränkten Nutzung, lädt sie herunter, speichert sie auf seinem Computer und synchronisiert sie ggf. auf seinen iPod. Dieses Prinzip hat sich innert eines Jahrzehnts fest etabliert, doch nun könnte diese Form des Musikkonsums schon bald überholt sein. Streaming heisst das neue Zauberwort: Statt unsere Musik herunterzuladen spielen wir sie direkt aus der Cloud, und statt pro Titel zahlen wir pro Monat. Das ist wie Radio, nur dass wir die Titelauswahl selbst bestimmen – 24 Stunden Wunschkonzert sozusagen. Insbesondere Spotify hat das Prinzip hierzulande populär gemacht.

Auch die Grossen der Branche wollen Streaming-Dienste anbieten: Amazon hat den Cloud Player, bei Google heisst das Play Music. Doch wer diese Angebote studiert begreift rasch, dass Streaming nicht zwingend auch Flatrate bedeutet: Sowohl bei Amazon als auch bei Google kann man zwar seine Songs in der Cloud speichern und von dort gestreamt hören, bezahlt wird aber weiterhin pro Titel bzw. Album. Von Apple hört man derzeit noch nichts Konkretes bezüglich Streaming – dafür hat Microsoft gerade den Musikdienst Xbox Music mit 30 Mio. Titeln angekündigt, der nicht nur auf der Xbox 360, sondern auch auf allen Windows-8-Geräten genutzt werden kann, was Tablets und Smartphones einschliesst. Mit 12.95 Franken ist die Monatsgebühr wohl nicht zufällig exakt gleich hoch wie beim Premium-Angebot von Spotify. Und ähnlich wie Spotify kennt auch Xbox Music eine werbefinanzierte Gratis-Nutzung. Spannend ist auch Microsofts Ankündigung, einen Xbox Music App für iOS und Android anbieten zu wollen.

P.S. Während Musikkonsumenten dank Flatrate Streaming Services am Ziel ihrer Wünsche sind, fürchten Musiker um ihre Einkünfte. Eindrücklich ist diesbezüglich die Infografik “How Much Do Music Artists Earn Online?” (Zahlen aus dem Jahr 2010). Hierzulande hat unter anderem Polo Hofer klar gegen Streaming-Angebote mit Pauschaltarif Stellung bezogen.

About the author

Martin Sauter

Aufgrund seines Alters ist Martin Sauter definitionsgemäss kein Digital Native, aber ein bestens integrierter Digital Immigrant. Im Frog Blog bloggt er seit dessen Gründung im Jahr 2006. Als Chief Knowledge Officer der Y&R Group Switzerland ist er ständig auf der Suche nach kommunikative und technologische Trends in der digitalen Welt. Und sein Interesse für neue Tools ist legendär. Follow me on Twitter!

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