ACTA vor dem aus?

04 Jul, 2012

Heute entscheidet das EU-Parlament, ob es ACTA ratifizieren will. ACTA, ein Handelsabkommen zwischen den USA, der EU, Japan, Kanada und weiteren Staaten, will die Urheberrechte stärken und vor Produktepiraterie schützen. Seit letztem Herbst wurde das Abkommen  von den USA, Japan, Kanada sowie von den meisten Einzelstaaten der EU unterzeichnet, doch in der EU kann es erst in Kraft treten, wenn es auch das EU-Parlament ratifiziert hat. Die Schweiz will noch abwarten, ob sie ACTA unterzeichnen will.


Bild: netzwelt.de

Inzwischen ist massiver Widerstand gegen das Abkommen entstanden, und auch die “Hacker-Spass-Truppe” Anonymous hat auf Youtube ein Video veröffentlicht, das die Tragweite der Vorlage erklären soll:

Gemäss ACTA könnten auch unbescholtene Bürger belangt werden, die z.B. ein Video von einer Kinder-Geburtstagsparty auf YouTube laden, auf welchem die Kinder zu einem Song von Shakira rumhüpfen, oder wenn ein Foto vom letzten Paris-Trip auf Facebook geteilt wird, auf welchem die Reisenden sich vor einem modernen Kunstwerk abgelichtet haben. Dass Markenrechte geschützt werden soll, ist unbestritten, doch der normale Internet-Nutzer darf dadurch nicht kriminalisiert werden.

Die Stimmung hat in den letzten Monaten stark gedreht, und vielen Politikern ist bewusst geworden, dass sie mit ACTA wohl eine “Büchse der Pandora” öffnen. So bleibt die berechtigte Hoffnung, dass heute ACTA europaweit versenkt wird.

About the author

Ivan Kellenberger

Schon seit seinem Studium zum Informatik-Ingenieur, als das Internet erst an Universitäten und staatlichen Einrichtungen zur Verfügung stand, bewegt sich Ivan Kellenberger durch „das Netz“. Als eines der Gründungsmitglieder ist Ivan seit 1996 bei Futurecom tätig und führt als Mitglied der Geschäftsleitung der Y&R Group Switzerland die IT Unit der Gruppe. Für den Frog-Blog spürt er immer wieder die neuesten Trends der digitalen Welt auf.

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